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#totehunde – Bericht Nr. 20 Aus Baden-Württemberg

#totehunde – Bericht Nr. 20 aus Baden-Württemberg

Beitragsserien: Berichte 2016

Einsatz vom 16.09.2016 in Baden-Württemberg

Im Mai 2016 wurde ich über eine Facebook-Gruppe auf ein trauriges Schicksal eines einsamen Streuners aufmerksam. Er wurde total abgemagert bereits seit Anfang des Jahres immer wieder im Bereich Schopfheim und kleines Wiesental gesehen. Da ich mich nicht nur bei Totfunden engagiere, sondern auch im Fall entlaufener Hunde, suchte ich mir ein Team, da der Ort 120 km von mir entfernt liegt und nahm mich des Falles an. Wir inserierten nicht nur in Kleinanzeigen, Märkten und bei Facebook, sondern es gab auch einen Zeitungs- und Radio Bericht über den Streuner, aber keiner kannte ihn. Es wurden Flyer für Sichtungsmeldungen gedruckt und ausgehängt. Bei jeder Sichtung wurde sofort eine Futterstelle angelegt, nur nahm der Streuner diese nie an.

Mitte August gab es dann durch einen Anruf einer Dame endlich einen Hinweis, wer der unbekannte Hund sein könnte. Er war dort in der Nähe auf einer Pflegestelle, welche aber behauptete, dass der Hund tot sei. Allerdings bestätigten mir sämtliche Sichter, genau diesen Hund gesehen zu haben. Wir machten also mit Hochdruck weiter, bis zu dem Tag, als ein toter weißer Schäferhund in Zell an den Bahngleisen gepostet wurde. Gut, ein weißer Schäferhund passte ja nicht wirklich zu unserem Streuner, es ließ mir aber keine Ruhe und ich habe bei der Bahn nachgehakt. Dadurch bekam ich auch die Chance, den Hund zu sehen und seinen Chip auszulesen.

Mein erster Blick galt seiner Rute, welche genauso wie bei unserem Streuner verkürzt war. Da wir seit zwei Wochen keinerlei Sichtungen mehr hatten, was recht ungewöhnlich war, wusste ich sofort, dass hier der Hund vor mir liegt, den ich solange mit Herzblut gesucht habe. Daher war dies einer meiner schwersten Einsätze für Tote Hunde. Aufgrund des Verwesungszustandes war es mir nicht mehr möglich, sein Geschlecht zu bestimmen, doch zum Glück war der Chip noch auslesbar. Zurück im Auto, habe ich den Chip sofort in allen Datenbanken überprüft, er war wie erwartet natürlich nicht registriert.

Da ich ihm versprochen hatte, als ich neben ihm stand, dass ich alles tun werde, um ihm seine Identität wieder zu geben, ging die Suche nach der Orga los, die diesen Hund vermittelt hatte. Erschwerend dabei war, dass der Chip keine Länderkennung, sondern nur die Herstellerkennung hatte. Nach 2 Tagen, nachdem fast alle Vereine die ich kannte bestätigten, der Hund sei nicht von Ihnen, stieß ich auf einen Chip mit der Endnummer eins tiefer, welche in Rumänien registriert war. Jetzt war es mir fast klar, dass der Streuner der besagte Hund von der Pflegestelle ist und er aus der Smeura in Rumänien kam. Ich fuhr dann zum Büro der Smeura in Deutschland und bat die Mitarbeiter, ihre Tracesunterlagen durchzuschauen, ob diese Chipnummer einem Hund von ihnen zuzuordnen ist.

Bereits am Abend hatte ich die traurige Gewissheit, dass es wirklich Kangoo war. Ich konnte ihm wie versprochen seine Identität wiedergeben, in meinem Herzen wird er weiterleben. Es war einer der schwersten und emotionalsten Einsätze, die ich je für Tote Hunde gemacht habe. Aber ich bin froh, dadurch die Gewissheit zu haben und vor allem, dass der unbekannte Streuner doch noch seine Identität zurückbekommen hat.

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