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Tote Hunde e.V. - Bundesweit im Einsatz

Für Sie vor Ort erreichbar: Unsere regionalen Ansprechpartner!

Ein Ganz Normaler Dienstag Beim Tote Hunde E.V.

Ein ganz normaler Dienstag beim Tote Hunde e.V.

Ein Blick hinter die Kulissen

Morgens um 6 Uhr ist die Welt noch in Ordnung? Pustekuchen!

Kaffee trinken, E-Mails checken und PN’s auf der Seite beantworten, bevor wir dann einen Blick in unsere 15 Teams werfen.
Oha, was sehe ich da? Team NRW ist schon fleißig. Eine Radiomeldung ging ein – totes Tier, evtl. Hund, auf der Autobahn an einer Mittelleitplanke. Die Teamleiter haben umgehend reagiert und die zuständige Autobahnpolizei kontaktiert und gebeten, der Sache nachzugehen. Denn für uns ist leider erst einmal nur Abwarten angesagt, denn Autobahnen, Bundesstraßen und Bahngleise sind für uns tabu!
Niedersachsen, es wurde ein toter Hund im Wald gefunden. Helfer in der Region sind involviert und bereit mit Chipreader den aufgefundenen Hund zu begutachten.

Auch Team Bayern recherchiert in einem Fall von gestern, bei dem ein Hund zwar gechippt, aber nicht registriert war. Dort heißt es nun den Hersteller zu kontaktieren, um Informationen zum Käufer des Chips zu bekommen, die uns dann vielleicht irgendwann mit großem Aufwand zum Besitzer des Hundes führen , vielleicht aber verläuft es sich auch wieder im Sande. Wir appellieren deswegen an alle Hundehalter: lasst eure Hunde chippen und denkt im Anschluss daran an die Registrierung (z.B. bei TASSO oder dem Deutschen Haustierregister).

Zurück zur Autobahn in NRW. Die Polizei hat zurückgerufen. Entwarnung, es war ein Reh.
Bei schneller Fahrt wird das oft verwechselt und so sind auch einige unserer Fälle zum Ende hin Wildtiere. Natürlich auch sehr schlimm, aber es gibt wenigstens keinen Besitzer, der verzweifelt seinen vermissten Freund sucht.

Mittlerweile ist es 9 Uhr.
Es wird hier und da in den unterschiedlichen Teams recherchiert, beratschlagt und neu eintreffenden Meldungen nachgegangen.
Aha, ein Einsatzbericht wartet in der Presse auf Korrektur. Sieht gut aus, nur ein paar kleine Vertippser zu korrigieren und schon wird er veröffentlicht auf Facebook, der Homepage, bei Twitter und Instagram.

Unsere Datenfee ist auch schon fleißig und lässt anfragende neue freiwillige Helferinnen und Helfer in die Teams und holt die benötigten Daten ein (Einsatzgebiet, Erreichbarkeit,…) Manche wollen nur zum Gucken kommen. Da wir aber reine Arbeitsteams sind, verweist unsere Datenfee freundlich auf unsere FB-Seite und Homepage und bittet um Verständnis.

Der Vormittag schleicht so dahin. Wir alle Helferinnen und Helfer des Vereins, machen unsere Arbeiten ehrenamtlich. Viele von uns sind voll berufstätig und manchmal ist es wirklich ein Spagat zwischen Arbeit und Verein. Nebensächlichkeiten werden dann auf die Freizeit gelegt, wichtige Dinge, wie z.B. akute Fälle, müssen in den Teams besprochen und die Arbeiten aufgeteilt werden. Ein Jeder macht was er kann oder wofür er Zeit hat. Ein kurzer Anruf bei Behörden, Internetrecherche nach passenden Vermisstmeldungen oder aber der Einsatz direkt vor Ort – es gibt für jeden was zu tun und gute Organisation und Absprache ist unheimlich wichtig, wenn auch nicht immer einfach. Denn die Kommunikation findet meist in den einzelnen Gruppen bei Facebook statt, hin und wieder auch begleitend in Einsatzgruppen bei Whatsapp. Die Helfer untereinander kennen sich in den wenigsten Fällen persönlich und es kommt vor, dass man sich einfach auch mal missversteht. Unmut und Frust treten da natürlich auch mal auf. Aber bisher konnte man alle Probleme bereinigen. Man muss sich nicht lieben, aber wir alle wollen untereinander ein respektvolles Miteinander. Uneinsichtige Helfer wurden in der Vergangenheit auch schon aus den Teams verwiesen, denn Teamfähigkeit ist unheimlich wichtig.

Weiter geht es mit den Fällen.
Es gibt Tage, die sind besonders ruhig, an anderen Tagen jagt ein Fall den nächsten.
In unserer großen bundesweiten Arbeitsgruppe, werden Alben geführt. Eine Heidenarbeit, denn dafür müssen die Informationen zu den Fällen aus den Teams zusammengefasst und eingetragen werden. Hier wurden feste Helferinnen eingeteilt und nur diese bearbeiten und aktualisieren die Alben. Wir unterscheiden in:
• Besitzer bekannt/Statistik
• Besitzer unbekannt/später bekannt geworden

Das vereinseigene Notfalltelefon geht. Eine Polizeidienststelle aus Rheinland-Pfalz meldet einen toten Hund und bittet um unsere Unterstützung bei der Halterermittlung. Ein wirtschaftlicher Schaden ist entstanden, deswegen ist die Polizei noch mehr interessiert, den Hund zuzuordnen. Denn Unfälle mit Haustieren werden, im Gegensatz zu Unfällen mit Wild, nicht von der Teilkasko der KFZ-Versicherung übernommen. Für uns ist dieser Gedanke erst einmal zweitrangig, aber natürlich können wir uns da nicht entgegensetzen und übermitteln im Anschluss unserer durchgeführten Recherche die Halterdaten auch an die Polizei. Für uns ist der Fall mit Bekanntwerden der Besitzer abgeschlossen. Dennoch möchte ich auch gerade dieses schwierige Thema aufgreifen und auf guten Haftpflichtschutz für Hunde hinweisen, denn in diese unangenehme Situation kann man schnell reinrutschen und entstandene Schäden können sich schnell im 4-5 stelligen Bereich befinden.

Es wird Abend und einige Fälle sind noch ungelöst und es werden Hinweise dazu in der Bevölkerung gesucht.
Eine bereitgestellte Maske muss vom fallbearbeitenden Team ausgefüllt werden, der Platzhalter (grauer Kasten mit Kurzinfo) für die Facebookseite und Homepage angefertigt werden und schon gehen die Fälle fast zeitgleich online auf Facebook, der Homepage, bei Instagram und Twitter.

Zwischendurch öffnen sich zig Chatfenster: jemand möchte gerne Flyer von uns zur Auslage, ein anderer potenzieller Helfer ist auf der Suche nach dem richtigen Team in seinem Bundesland, in einem Gruppenchat der Teamleiter werden zu einem Fall weitere Vorgehensweisen besprochen etc… und so geht es meist weiter bis in die späten Abendstunden.

Wenn, ja wenn denn mal etwas Ruhe eingekehrt ist, treiben sich die Helfer auch gerne in unserem eigenen Forum rum. Dort darf man dann fast alles: Fragen stellen, besondere Vorkommnisse ausdiskutieren, Erlebnisse gemeinsam verarbeiten oder auch einfach nur mal Spaß haben neben dieser doch sehr traurigen Tätigkeit, die wir alle tagtäglich ausführen.

Und wenn ihr jetzt denkt: „Ach, das war es schon?“
Nee… ganz gewiss nicht.
Denn vereinsinterne Dinge müssen geregelt werden, die Homepage bekommt ein neues Update, neue Ideen werden besprochen, ein Interview für ein Magazin wird vorbereitet und so weiter und so fort…

Wir hoffen, euch allen da draußen einen kleinen Einblick hinter die Kulissen ermöglicht zu haben und bedanken uns recht herzlich bei allen interessierten Lesern.
Bei noch offenen Fragen stehen wir euch immer gerne zur Verfügung.

Anmerkung:
Alle genannten Fälle spiegeln unseren Alltag wieder, wurden aber für diesen Beitrag frei erfunden (in Anlehnung an wahre Begebenheiten).
Bewusst wurde auf Namen verzichtet, denn die Liste unserer Helferinnen und Helfer ist so lang und wir wären anders nicht jedem einzelnen gerecht geworden.

Unser Dank gilt jedem Helfer, jedem Unterstützer, jedem Spender.
Ohne euch wäre der Verein Tote Hunde e.V. als gemeinsames Arbeitsprojekt nicht möglich.

… damit kein Hund ohne Namen bleibt.

Verfasst von ‚einer‘ Helferin

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