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Tote Hunde e.V. - Bundesweit im Einsatz

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#totehunde – Bericht Nr. 100 Aus Brandenburg

#totehunde – Bericht Nr. 100 aus Brandenburg

Beitragsserien: Berichte 2019

Einsatz vom 01.01.2019 in Brandenburg

Einsatzbericht Nr. 100 vom 01.01.2019 von Marion Schönfeld für das Team Berlin / Brandenburg

Der Start in das neue Jahr verlief nicht ganz so gut, wie gewünscht. Nach der Nachtschicht durchstöberte ich am frühen Nachmittag Facebook und ein Beitrag ließ mich aufschrecken: „Toter Schäferhund zwischen Jamikow und Schönow“

Ohne Zeit zu verlieren, Jacke über, Reader kurz getestet und los. Es sind ja bloß zehn Minuten Fahrtzeit und mein Lebensgefährte begleitete mich. Insgeheim hofft man auf keinen Fund. Als wir an der besagten Stelle ankamen, sah man ihn aber schon auf dem Grünstreifen liegen. Zeitgleich kam die Meldung in unserem Team und ich konnte schon sagen, dass ich vor Ort bin. Wieder ein Silvesteropfer 😪

Nachdem Fotos erstellt wurden, hielt ich den Reader an den Nackenbereich und tatsächlich, es piepste. Das Tier war gechippt. Drei Dorfbewohner hielten ebenfalls an und erkundigten sich, was ich hier mache. Im Gespräch, wie toll es ist, dass es sowas gibt und auf meine Nachfrage, ob jemand diesen Hund kennt, die leider verneint wurde, ist mir ein Riesenfehler passiert – das Geschlecht habe ich falsch bestimmt 😐 Ich habe eine Hündin gesehen und war mir so sicher! Es fiel mir unglaublich schwer, den Hund vor Ort liegen lassen zu müssen, da die Ähnlichkeit mit meiner Hündin schon verblüffend war.

Noch im Auto versuchte ich Tasso zu kontaktieren, leider ohne Erfolg, die Telefone bei Tasso waren wahrscheinlich zu dieser Zeit heiß gelaufen. Zu Hause angekommen, schickte ich Joline die Bilder, diese bat mich, den Hund abzudecken und etwas abseits der Straße zu legen. So packte ich eine Decke ein und fuhr wieder los. In der Zwischenzeit hatte ich bei Tasso Erfolg, leider war er nicht registriert. Nach Durchgabe der Chipnummer, legte unser Team der Chiprecherche los.

Zu Hause angekommen, informierte ich die Polizei in Prenzlau und Jenny Glintschert bot sofort ihre Hilfe an, um zu telefonieren. Tierheime, Pensionen und der bereitschaftshabende Tierarzt wurden informiert. Es lag keine Vermisstenmeldung vor. Nach einer schlaflosen Nacht, denn so ein Einsatz lässt mich nicht kalt, kam am Nachmittag der Schock: Peggy Bernsee wurde auf eine Vermisstenanzeige aus Wendemark/Passow aufmerksam und nahm mit dem Besitzer Kontakt auf. Aufgrund meiner Geschlechtsbestimmung, war es unwahrscheinlich, dass es sich um den entlaufenen Rex handelte. Zur Sicherheit wurden die Chipnummern abgeglichen und sie stimmten überein. Peggy bat mich, sie sofort zu kontaktieren. Ich rief sie an und sie berichtete mir kurz, dass der Besitzer am Telefon zusammenbrach, er wollte sofort zu seinem Rex.

Aus Sorge um den Herrn, bin ich sofort ins Auto gestiegen und wieder vor Ort gefahren. Man überlegt sich vorher so vieles, was man sagen kann, aber letztendlich ist so eine Situation nicht planbar. Kurz nach meiner Ankunft, hielt ein Fahrzeug an und ich stand dem Besitzer gegenüber. Lediglich ein Handschlag und ein kurzes ‚Tut mir leid‘ habe ich sagen können. Der Besitzer war verzweifelt und nicht in der Lage, zu sprechen. Er hob seinen Rex auf und lud ihn ins Auto. Er bedankte sich für die Mühe und schon war es geschafft. Diese Situation hat mich sehr berührt und umso mehr bin ich froh und dankbar, dass Peggy so tolle Arbeit geleistet hat, denn wenn ich mir vorstelle, dass mein Fehler dazu hätte führen können, dass Rex nicht nach Hause kommt, hätte ich mir nicht verzeihen können.

Ruhe in Frieden Rex!
Für mich persönlich, habe ich gelernt, mich ohne Rücksprache mit dem Team, nicht mehr festzulegen, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Letztlich werden mich die Gedanken an Rex wohl noch eine Weile begleiten. Ich danke euch für die tolle Unterstützung!

Liebe Grüße Marion

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