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#totehunde – Bericht Nr. 103 Aus Brandenburg

#totehunde – Bericht Nr. 103 aus Brandenburg

Beitragsserien: Berichte 2019

Einsatz vom 12.12.2018 in Brandenburg

Einsatzbericht Nr. 103 von Petra Drescher für das Team Berlin / Brandenburg

Am 12.12.2018 vormittags, erreichte mich ein Anruf meiner befreundeten S-Bahnfahrerin, während ich auf Arbeit war. Ihre Worte mit trauriger Stimme lauteten: „Du bekommst Arbeit“. Was das heißt, wusste ich sofort nur zu gut. Wir haben einen toten Hund im Gleis. Sie gab mir noch ein paar Eckdaten durch und schon ratterte es in meinem Kopf. Wie, was, wo?

Einige Minuten später rief ich unsere Teamleiterin Joline an, um alles Weitere zu veranlassen und um ihr mitzuteilen, dass ich übernehme und sofort zum Fundort fahre, sobald ich Feierabend habe. Während die Organisation begann, meldete auch die Bahn den Fund an unseren Verein. Nach ca. einer halben Stunde bekam ich die Telefonnummer vom Gleisarbeiter, welcher den Hund bergen sollte, denn wir als Vereinsmitglieder sind nicht befugt, die Gleise eigenständig zur Bergung zu betreten.

Ich nahm umgehend Kontakt mit dem Herrn auf und verabredete einen Ablageort, wo ich eigenständig den Hund begutachten konnte. Er gab mir noch eine kurze Beschreibung des Tieres und ich ahnte… Am Vortag gab es in dieser Umgebung eine Suchmeldung, welche passte. Nur ohne Begutachtung und Dokumentation des verendeten Tieres, hatte ich keine Sicherheit, dass es dieser Gesuchte war. Also etwas schneller arbeiten; schon in Gedanken beim Tier.

Sofort nach Feierabend machte ich mich schnellstens auf den Weg zum verabredeten Ablageort. Ich fand die arme Seele sofort. Gut, als erstes auslesen mittels Reader, welcher aber nicht anschlug. Also machte ich Fotos und dokumentierte Größe, Farbe, Geschlecht usw. zum Abgleich. Per Telefon gab ich alles an Joline durch. Alles passte, nur der fehlende Chip störte. Ein Anruf bei Tasso durch Joline und ein Abgleich mit eventuellen Vermisstmeldungen ließ uns kaum zweifeln. Es war der gesuchte Labrador, Sicherheit hierfür gab auch das Halsband. Wahrscheinlich hatte der Chip den Aufprall nicht unbeschadet überstanden.

Ich wartete vor Ort auf die eventuelle Ankunft des Besitzers. Plötzlich kam ein Auto, hielt und ein junges Paar stieg aus. Ich sah es ihnen an, sie waren die Besitzer. Ich erklärte ihnen, wer ich bin, doch anhand ihrer Gemüter erkannte ich schnell, dass sie im Moment nicht in der Lage sind, zu verstehen. Es schnürt einem die Kehle zu. Kurz erläuterte ich ihnen, welche Möglichkeiten sie jetzt hatten: Ihr Tier mitnehmen, oder wir veranlassen die Kremierung oder die Entsorgung. Ihre Worte: „Wir nehmen ihn mit, dass sind wir ihm schuldig.“ Ich erfuhr die Umstände und das Alter des Hundes. Drei Jahre nur; kurz allein im Garten… Nur ca. 150 m Luftlinie von zu Hause entfernt, fand er seinen Tod auf den Gleisen. Traurig, denn die Besitzer suchten verzweifelt.

Ich wünsche ihnen viel Kraft und der Fellnase eine sanfte Ruhe im Garten bei seinen Besitzern.

Petra Drescher für den Tote Hunde e.V. in Hohen Neuendorf

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