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Tote Hunde e.V. - Bundesweit im Einsatz

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#totehunde – Bericht Nr. 120 aus Berlin/Brandenburg

Berichte 2020
1. #totehunde – Bericht Nr. 120 aus Berlin/Brandenburg

Einsatz vom 26.01.2020 in Berlin/Brandenburg

Einsatzbericht Nr. 120 vom 26.01.2020 in Zusammenarbeit von Joline und Marlies aus unserem Team Berlin/Brandenburg

3 Fälle an einem Tag – ein ganz normaler Samstag beim Tote Hunde e.V. ?

Von der Deutschen Bahn bekamen wir am Samstag Morgen einen toten Hund gemeldet, der für uns zum Begutachten aus dem Gleis geborgen wurde.
Gemeinsam mit Joline machte ich mich auf den Weg. Vor Ort angekommen, konnten wir, dank guter Beschreibung der Bahnmitarbeiter, den Hund schnell finden.
In diesem Fall war der Hund vorbildlich gekennzeichnet, wir fanden sowohl ein Tattoo und einen Chip (der registriert war), als auch den Namen und eine Telefonnummer am Halsband. So konnten wir den Besitzer schnell ausfindig machen und über den traurigen Fund informieren. Wir verabredeten uns mit dem Besitzer vor Ort, um den Hund zu übergeben. Wenige Minuten später war dieser Fall dann abgeschlossen.

Auf dem Rückweg bekamen wir von einer Bekannten ein paar Bilder zugeschickt – ein neuer Fall. Wir waren uns unsicher ob toter Hund oder Wildtier. Gemeinsam mit unserem Team beratschlagten wir uns – konnten aber anhand der Bilder einen Hund nicht zweifelsfrei ausschließen.
Also machten wir uns auf zum Fundort, der auf der anderen Seite der Stadt lag. Dort angekommen konnten wir jedoch schnell feststellen, dass es sich in diesem Fall um einen Marderhund handelt.
Auch solche Fälle haben wir häufiger, aber wir gucken lieber einmal zu viel, als zu wenig.

Weil wir sowieso schon unterwegs waren und einen Tag zuvor eine vermeintliche Bestattung gemeldet bekommen hatten, machten wir uns auch noch auf zum Fall Nummer Drei diesen Tages auf den Weg, der nur wenige Kilometer entfernt war.
Durch eine genaue Beschreibung der Melderin, konnten wir den Ablageort sofort finden. Hinter einem großen Stein aus Beton entdeckten wir den Hund, der Kopf wurde schon wieder ausgescharrt und augenscheinlich war er in ein Bettlaken gewickelt. Wir waren uns ziemlich sicher, der Besitzer hat seinen verstorbenen Hund hier abgelegt. Da dies aber aus Seuchenschutzgründen nicht erlaubt ist, war uns klar, wir müssen uns um die Entsorgung kümmern. Auch wenn der Fall im Kopf schon so gut wie abgehakt war, wollten wir nach einem Chip gucken.
Um den Hund begutachten zu können, gruben wir ihn wieder aus – zum Vorschein kam eine Bordeaux Dogge mit ca. 40-50 kg. Wir bestimmten Geschlecht und nahmen sie in Augenschein. Da sich der Ablageort in einem beliebten Hundegebiet befand, kamen immer wieder Leute samt Hunden vorbei. Durch Zufall war auch eine Tierärztin dabei, die uns unterstützte und nochmal eine fachliche Meinung zum Zustand des Hundes abgab.

Joline und ich versuchten einen Chip auszulesen, was uns erst nach einiger Zeit gelang. Die Abfrage bei Tasso ergab zwar eine Registrierung, aber weder eine Vermissten- noch eine Totmeldung. Kontaktversuche durch Tasso und auch durch uns verliefen erfolglos. Wir warteten noch eine halbe Stunde, bis wir dann die Polizei hinzu zogen. Gemeinsam wurde das weitere Vorgehen besprochen, wir übergaben alle uns bekannten Daten und konnten unseren Einsatztag vorerst beenden.

Am nächsten Tag erhielten wir einen Anruf von dem Besitzer, der im Urlaub war und bisher noch nichts vom Tod seines Hundes wusste.

Wir haben an diesem Tag mal wieder gemerkt, wie vielfältig unsere Arbeit und unsere Fälle sind und auch wie wichtig ein genaues Hinschauen ist. Außerdem sollte man nicht vorschnell ein Urteil fällen, oftmals ist es anders, als es auf den ersten Blick scheint.

Marlies und Joline
Team Berlin/ Brandenburg
Tote Hunde e.V.

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