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Tote Hunde e.V. - Bundesweit im Einsatz

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#totehunde – Bericht Nr. 124 aus Brandenburg

Berichte 2019
1. #totehunde – Bericht Nr. 99 aus Rheinland-Pfalz
2. #totehunde – Bericht Nr. 100 aus Brandenburg
3. #totehunde – Bericht Nr. 101 aus Bayern
4. #totehunde – Bericht Nr. 102 aus Baden-Württemberg
5. #totehunde – Bericht Nr. 103 aus Brandenburg
6. #totehunde – Bericht Nr. 104 aus Berlin
7. #totehunde – Bericht Nr. 105 aus Schleswig-Holstein
8. #totehunde – Bericht Nr. 106 aus Mecklenburg-Vorpommern
9. #totehunde – Bericht Nr. 107 aus Berlin
10. #totehunde – Bericht Nr. 108 aus Berlin
11. #totehunde – Bericht Nr. 109 aus Brandenburg
12. #totehunde – Bericht Nr. 110 aus Berlin
13. #totehunde – Bericht Nr. 111 aus Berlin
14. #totehunde – Bericht Nr. 112 aus Brandenburg
15. #totehunde – Bericht Nr. 113 aus Rheinland-Pfalz
16. #totehunde – Bericht Nr. 114 aus Nordrhein-Westfalen
17. #totehunde – Bericht Nr. 115 aus Hessen
18. #totehunde – Bericht Nr. 116 aus Rheinland-Pfalz
19. #totehunde – Bericht Nr. 117 aus Niedersachsen
20. #totehunde – Bericht Nr. 118 aus Bayern
21. #totehunde – Bericht Nr. 119 aus Brandenburg
22. #totehunde – Bericht Nr. 121 aus Rheinland-Pfalz
23. #totehunde – Bericht Nr. 122 aus Rheinland-Pfalz
24. #totehunde – Bericht Nr. 123 aus Schleswig-Holstein
25. #totehunde – Bericht Nr. 124 aus Brandenburg
26. #totehunde – Bericht Nr. 125 aus Brandenburg
27. #totehunde – Bericht Nr. 126 aus Brandenburg
28. #totehunde – Bericht Nr. 127 aus Mecklenburg-Vorpommern
29. #totehunde – Bericht Nr. 128 aus Sachsen

Einsatz vom 06.09.2020 in Brandenburg

Hazels Geschichte, oder Bestimmung?
Autobahn und kleine Pfoten.

Der ‚etwas andere Einsatzbericht‘ Nr. 124 von Petra Drescher aus unserem Team Berlin/Brandenburg vom 06.09.2020

Alles begann 2019 im Sommer mit einer Meldung an unseren Verein Tote Hunde e.V.: ‚Hund auf der Autobahn bei Bernau!‘ Sofort rief ich bei der zuständigen Autobahnpolizei an und musste erfahren, dass es einen Verkehrsunfall mit Hund gegeben haben soll. Es stockte das Herz, die schlimmsten Bilder durchliefen mein Gehirn. Ich sprang ins Auto und fuhr los. Unterwegs nahm ich erneut Kontakt zu dem Beamten auf, der mich an einem vereinbarten Treffpunkt einsammeln wollte. Eingestiegen im Funkwagen ergab sich dann, dass es zwar einen Verkehrsunfall gab, aber zum Glück ohne Beteiligung eines Hundes. Erleichterung für zwei Sekunden, dann erfährst du: Ein Hund wurde seit gestern an und auf der Autobahn gesichtet. Wir versuchten unser Glück, fuhren die Autobahn ab – nix. Wir konnten nur warten.

Am nächsten Tag wieder eine Sichtung – an einer Abfahrt. Ohne lange zu überlegen, richtete ich in der Nähe der Sichtung eine Futterstelle ein, die ich eine Woche lang täglich zweimal kontrollierte, doch es tat sich nichts. Verzweiflung machte sich breit – wir haben verloren, Dich verloren. Nichts kannst du machen, nur warten. Du hoffst, dass der kleine Hund, den ich nicht einmal sah, auf sich aufpasst.

Im September 2019 gab es dann eine Meldung, dass ein kleiner scheuer Hund in Oranienburg gesichtet wurde.
Bist Du es?
Kann es sein?
Nix, er ist wieder weg!
Du beginnst zu zweifeln, du beginnst wieder zu hoffen, du beginnst eine Liebe zum Tier zu entwickeln, welches du nicht kennst!

Oktober, die Blätter fallen, als die Hoffnung auflebt und es eine Sichtung in Velten gibt. Jetzt nicht lange überlegen und einfach versuchen, mit Lebendfalle zu sichern. Doch leider bist Du scheu und sehr vorsichtig und dann: Ferienbeginn. Schulkinder bewerfen Dich mit Steinchen – warum? Du kleine Fellnase, Du bist wieder verschwunden! Du hattest Angst und vielleicht Schmerzen durch die Steine.

Es wird kälter, der Winter kommt. Gedanken kommen auf:
Lebst Du noch?
Wo bist Du?
Frierst Du?
Hast Du Hunger?

Bis Ende Februar hatten wir keine Ruhe. Dann endlich, eine Sichtung in Vehlefanz. Du bist noch vorsichtiger geworden, doch Du lebst, bist kaum zu erkennen. Eine Frau, der Du auch nicht egal bist, füttert Dich und schafft Dir einen Raum zum Leben – aber in der Natur, in der Kälte bei Regen und Wind. Dein Schlafplatz ist unter einer Hecke, es gibt keine Decke, die Dich wärmen könnte. Du sollst im November dort das erste Mal gesichtet worden sein. Wieder wird eine Falle gestellt. Ein Mitglied des Vereins überwacht diese. Wir warten in etwa zwei Wochen. Und endlich, Du gehst in die Falle! Voller Panik springst Du hin und her. Ein Anruf bei mir, ein Jubelschrei. Komm zu mir, egal wer Du bist, kleiner Hund. Und er kam ❤️

Mit Futter, Zeit und Liebe, hast Du schnell Vertrauen gefasst. Wir melden Dich als Fundhund bei den Behörden und Tasso, doch nirgends vermisst Dich jemand! Sechs Monate mit Vertrag vom Amt, bleibst Du bei uns als Pflegehund. Tagtäglich wachsen wir zusammen, unsere Herzen schlagen hoch. Du lebst Dich super ein und auch mit dem vorhandenen Rudel funktioniert es super. Du wirst bleiben, für immer! So wird es beschlossen!

Eine Woche vor Ablauf der gesetzlichen Frist von sechs Monaten, erfahren wir durch Mailkontakt mit dem Beamten der Autobahnpolizei: Du bist der Hund von der Autobahn vom Sommer aus Oranienburg und Velten! Uns verschlägt es die Sprache. Deine kleinen Beinchen trugen Dich die weite Strecke. Es waren immer Herzen und Gedanken von lieben fremden Menschen an Deiner Seite und haben Dich beschützt. Heute bist Du adoptiert von uns und niemand wird uns mehr trennen, kleine Hazel! Es war Bestimmung von Anfang an, damals an der Autobahn.

Willkommen ab heute offiziell, als meine kleine ‚Hazel Zuckerpuppe‘!

Petra Drescher

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