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#totehunde – Bericht Nr. 37 Aus Berlin

#totehunde – Bericht Nr. 37 aus Berlin

Beitragsserien: Berichte 2017

Einsatz vom 19.04.2017 in Berlin

Einsatzbericht Berlin 19.04.2017

Am Morgen des 18.4.2017 erhielt ich einen Anruf von Herrn K., einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn, da es wieder einmal einen Totfund auf den Gleisen bei mir in der Nähe gab.

Herr K. schickte mir erste Informationen und Bilder zu dem Fund, welche ich mit Hilfe anderer Mitglieder unserer Einsatzgruppe mit Vermisstenmeldungen abglich.

Schnell fiel uns Arthus, ein Dobermannrüde, der ein paar Tage zuvor im selben Ort entlaufen war ins Auge. Doch unseren ersten Informationen zu Folge handelte es sich bei dem Fund um eine Hündin.

Es blieb nur abzuwarten, bis ich am nächsten Tag zusammen mit Herrn K. den Fundort betreten und Näheres herausfinden konnte.

So wie üblich verfasste ich auch einen kurzen Eintrag in unserer regionalen Facebookgruppe, um alle aktiven Mitglieder über den neuen Fall zu informieren.

Fluch und Segen der sozialen Medien – Da Arthus in vielen Gruppen und Seiten, unter anderem auch bei Entlaufene Hunde Berlin Brandenburg geteilt wurde, wussten viele Menschen von dem vermissten Dobermannrüden. Leider kam es dann dazu, dass die Besitzer von Arthus informiert wurden, dass es in ihrer Nähe auf den Gleisen einen tot aufgefundenen Dobermann gibt.

Verzweifelt riefen sie mich an, doch da auch ich noch keine genauen Informationen hatte, blieb mir nur ihnen zu sagen, dass ich mich am nächsten Tag umgehend melde, nachdem ich den Hund begutachtet habe. Die Besitzerin gab mir die Chipnummer von Arthus, unter der er beim Tasso e.V. registriert ist und ich bat sie, auch wenn es leichter gesagt, als getan war, nicht selbstständig die Gleise zu betreten, sondern auf meinen Anruf zu warten.

Auch mir machte die Ungewissheit nun mehr zu schaffen, als sonst, da ich wusste wie sehr die Besitzer darunter litten, nichts tun zu können und noch bis zum nächsten Tag warten zu müssen.

Ich telefonierte mit Herrn K. und wir verlegten unser Treffen ein wenig nach vorne.
Um 9 Uhr des 19.4.2017 trafen wir uns vor Ort und liefen zum Fundort. Der Hund lag inzwischen neben den Gleisen, mit schwarzen Plastiktüten abgedeckt. Als erstes fiel mir auf, dass es sich um einen unkastrierten Rüden handelte. Ein anderer Hund als Arthus schien mir nun mehr als unrealistisch. Ich suchte nach einem Chip, was sich als schwierig erwies. Erst nach längerem Suchen ertönte das erlösende Piepen.

Dieses Mal musste ich keine Tassoabfrage machen, da ich die Chipnummer von Arthus durch die Besitzerin erhalten hatte. Ich verglich die Zahlen und mein Verdacht bestätigte sich.

Mit gemischten Gefühlen rief ich Arthus‘ Besitzer an, einerseits froh, ihnen nun Gewissheit geben zu können, andererseits traurig, den letzten Funken Hoffnung, nach bangem Warten zerstören zu müssen.

Ich wartete am Fundort und versuchte Arthus‘ Verletzungen so gut es ging abzudecken. Herr K. traf die Besitzer etwas weiter vorne, wo auch wir die Gleise betreten hatten und führte sie zu mir.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal mein tiefstes Mitgefühl aussprechen, das war wieder einmal ein Fall, der mich sehr berührt hat.
Tausend Dank an Herrn K., ohne den Arthus namenlos entsorgt worden wäre.

Unseren aktiven Mitgliedern mit Chipreader möchte ich ans Herz legen, nicht zu schnell aufzugeben und auch mehrmals die selbe Stelle zu scannen. Vorallem bei Hunden, die in schwere Unfälle verwickelt waren. Ich habe pro Seite fast 5 Minuten nach einem Chip gesucht und habe fast abgebrochen. Außerdem ist es wichtig, großflächig zu scannen, da der Chip manchmal verrutscht (Hals und Brust berücksichtigen).

Joline Winter
Tote Hunde e.V.

Damit kein Hund ohne Namen bleibt!

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