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#totehunde – Bericht Nr. 112 Aus Brandenburg

#totehunde – Bericht Nr. 112 aus Brandenburg

Beitragsserien: Berichte 2019

Einsatz vom 17.08.2019 in Brandenburg

Einsatzbericht Nr. 112 von Marlies aus dem Team Berlin/Brandenburg

Mittags erhielt ich einen Anruf von Joline, ob ich Zeit hätte einen Einsatz zu fahren. Dieser wäre allerdings mit einer Strecke von 75 km pro Fahrt und dazu noch im Gefahrenbereich, ein Hund wäre von der Bahn erfasst worden. Ich hatte Zeit und sagte direkt zu.

Nachdem ich meinen privaten Kram erledigt hatte, gab es dann auch schon die ersten weiteren Informationen. Joline schickte mir ein erstes Bild – ich atmete erleichtert aus – denn ich hatte schlimmeres erwartet. Mitarbeiter von der deutschen Bahn hatten den Hund in Absprache mit Joline schon aus dem Gefahrenbereich gebracht und für meinen Einsatz an einen sicheren Ort gelegt.

Ich machte mich also auf den Weg und konnte den abgelegten Hund gut finden. Zugedeckt mit Gras, war er für die Allgemeinheit nicht wahrzunehmen. Ich deckte ihn auf und betrachtete ihn erstmal gründlich, er machte auf mich einen sehr gepflegten Eindruck. Mein erster Gedanke war sofort „den muss doch jemand vermissen“…
Dann begann ich meine Arbeit. Zuerst versuchte ich einen Chip zu finden, leider erfolglos, auch als ich den Hund noch ein zweites und drittes Mal abscannte, konnte kein Chip gefunden werden.
Ich gab jetzt schon einmal die Grunddaten an Joline weiter: Größe, Geschlecht, Alter, Färbung.
Auch im Team begannen zu diesem Zeitpunkt schon die Recherchearbeiten, es wurden Vermisstenmeldungen durchsucht, wir einigten uns auf eine Rasse.

Ich setzte meine Arbeit fort, schaute mir alle Details an und machte Bilder. Um eine gute Einschätzung zur Größe zu haben, maß ich ihn aus. Ich schaute mir Zähne und Pfoten an.
Hier möglichst präzise zu arbeiten und gute Bilder zu machen, ist für uns sehr wichtig, denn sie sind die Grundlage für unsere weitere Zusammenarbeit im Team und erhöhen die Chance den Besitzer zu finden.

Vor Ort telefonierte ich nochmals mit Joline und besprach das weitere Vorgehen. Hoffentlich finden wir seine Besitzer, damit auch dieser Hund nicht ohne Namen bleibt.

Wieder zuhause angekommen, fasste ich alle Informationen zusammen und schickte sie samt Bildern an Joline, sodass dieser Fall schnell auf unserer Seite und Homepage öffentlich gemacht werden kann – auch das erhöht die Chance den Besitzer zu finden und dem Hund seinen Namen „zurückzugeben“.

Unsere Arbeit im Team ging dann weiter: Wir recherierten und teilten den Beitrag, in der Hoffnung, dass wir den Besitzer noch finden können. TASSO e.V., Findefix und die umliegenden Tierheime wurden informiert, wir telefonierten mit Höfen in der Umgebung.

Einen ganzen Tag dauerte es noch, bis wir über die Homepage eine Meldung des Besitzers bekommen.
Nachdem Joline mir seine Telefonnummer gab, nahm ich direkt Kontakt auf. Es fällt schwer die richtigen Worte zu finden und doch geben sie dem Besitzer Gewissheit. Es war ein kurzes und doch sehr emotionales Gespräch, es fließen Tränen der Trauer.

Rocky – so ist sein Name.

Ich beschreibe noch den Ablageort, denn die Besitzer wollen Rocky nach Hause holen und ihm die letzte Ehre erweisen.

Wir schließen diesen Fall: Ein toter Hund mehr, der durch unsere Arbeit seinen Namen zurück bekommen konnte.

Run Free Rocky ❤

Marlies für den
Tote Hunde e.V.

‚Damit kein Hund ohne Namen bleibt‘

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