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#totehunde – Bericht Nr. 68 Aus Rheinland-Pfalz

#totehunde – Bericht Nr. 68 aus Rheinland-Pfalz

Beitragsserien: Berichte 2018

Einsatz vom 27.12.2017 in Rheinland-Pfalz

Einsatzbericht Nr. 68 von Carolin Spies aus dem Team Rheinland-Pfalz

Unsere Ina Schmidt wurde von der Polizei Gau-Bickelheim am 27.12.2017 zu einer verunfallten Hündin auf der A 61 bei Gundersheim gerufen. Zuvor kamen aus verschiedenen Gruppen Sichtungen entlang der Autobahn, leider wurde sie dann nur noch tot gefunden.

Ina hatte mit der Polizei vereinbart, den Hund an eine andere Stelle zu legen, weil die Bilder schon durch das Internet gingen, um so zu verhindern, dass noch irgendwer auf die Autobahn läuft. Die Beamten, die sehr freundlich und hilfsbereit waren, haben das dann auch so gemacht. Sie warteten vor Ort auf Inas Eintreffen, leider war es schon dunkel als sie dort ankam. Von der Hündin richtige Bilder zu bekommen, erwies sich durch den Regen und in der Dunkelheit schwierig. Trotz zwei verschiedener Reader war kein Chip zu finden. Da die Hündin an einer Stelle lag, die mehr als Gefährlich war, beschlossen die Beamten, dass man sie auf den nächsten Parkplatz legt, um dort am nächsten Tag noch einmal versuchen zu können, einen Chip auszulesen und um bessere Fotos zu machen.

Zwei Fotos der Hündin, die vor Ort gemacht wurden aber leider nicht sehr deutlich waren, gingen in das Team Rheinland-Pfalz. Dort begann das große Rätselraten. Woher kam die Hündin? Tasso-Suchmeldungen wurden durchsucht. Ich klinkte mich auch in dieses Rätselraten ein und wir beschlossen, dass ich am nächsten Tag nochmals zu der Hündin fahren würde, um nochmal nach einem Chip zu suchen und um Detailfotos zu machen. Da ich aber leider noch nicht im Besitz eines Readers bin, gestaltet es sich für mich immer etwas schwieriger, an einen heran zu kommen. Mein Vermieter ist zwar Tierarzt, aber sein Reader lag in der Praxis. Nastasia bot mir dann freundlicherweise ihren an.

Ina und ich schrieben bereits im Privatchat und beschlossen, diesen Einsatz morgen früh gemeinsam zu fahren. Nachdem die Unterbringung meiner Tochter gesichert war, verabredeten wir uns für 7:30 Uhr, da mit der Polizei vereinbart war, dass wir Vormittags an sicherer Stelle auf dem Parkplatz nochmal Bilder machen können, um die Identität der Hündin herauszubekommen. Ina war dann schon kurz vor 7 Uhr bei mir. Wir tranken noch schnell einen Kaffee und quatschten über verschiedene Einsätze, bevor meine Kinderbetreuung eintrudelte und wir los konnten.

Da es von mir zu Hause aus nicht weit zu fahren war, trafen wir nach kurzer Fahrzeit bei der Hündin ein. Diese lag Gott sei Dank immer noch verpackt auf dem Rastplatz. Wir packten sie aus und scannten sie nochmals komplett von oben bis unten, leider erfolgte kein Anschlag des Readers. Gemeinsam machten wir aussagekräftige Fotos, um weiter ermitteln zu können. Dies lief alles Hand in Hand und war trotz der ungünstigen Situation, ein angenehmes Zusammenarbeiten mit Ina. Vom Zahnstatus her, schätzten wir sie auf maximal zwei Jahre, aber eher jünger.

Auf der Heimfahrt kontaktierten wir Alex mit den ersten Infos für die Gruppe. Elke bekam die Originalbilder zum Versehen mit Wasserzeichen, die dann kurz darauf in die Gruppe eingestellt wurden. Es wurde in alle Richtungen ermittelt, leider ohne Erfolg. Tasso spuckte leider keinen Treffer aus und auch sonst fanden wir keine Vermisstenmeldung, die auf die Hündin zutraf. Alex und ich telefonierten noch alle Polizeidienststellen im Umkreis durch, ob da irgendwo eine Meldung vorlag, aber auch hier – Fehlanzeige. Es war wie verhext.

Abends gegen 21:30 Uhr rief mich Alex an, dass sich eine eventuelle Besitzerin bei ihr gemeldet hatte. Man tauschte Fotos aus und leider bestätigte sich der Verdacht. Fee war zur Betreuung während eines Kurzurlaubs bei den Nachbarn untergebracht. Diese teilten aber leider der Besitzerin nicht das Verschwinden der Hündin mit.

Ich sicherte Alex erstmal zu, dass ich am Morgen darauf direkt die Abholung von Fee stoppe, bis sich die Besitzerin klar drüber ist, was mit ihr passieren sollte. Alex gab der Dame meine Handynummer und bat sie, sich mit mir in Verbindung zu setzen, nachdem sie durch Alex drüber aufgeklärt wurde, welche Möglichkeiten sie nun hatte.

Morgens um 7 Uhr rief ich schon bei der ABM an und stoppte die Abholung. Diese war aber nicht zuständig, sondern die Tierkörperbeseitigung. Nach mehreren Telefonaten bezüglich der Abholung, meldete sich auch die Besitzerin von Fee bei mir. Da sie leider alleinerziehende Mutter ist und nur einen kleinen Vorgarten besitzt, entschied sie sich, Fee von der Tierkörperbeseitigung abholen zu lassen.
Dieser Einsatz hat auch mich bis einschließlich heute beschäftigt.

Noch immer nehmen viele Hundehalter das Thema ‚Chippen‘ auf die leichte Schulter und meinen, es würde schon nichts passieren und ihr Hund wäre ja immer bei ihnen. So auch leider in diesem Fall, deshalb möchte ich nochmal an alle Halter appellieren, bitte ihre Hunde chippen zu lassen. Für sie dient es zur Sicherheit, für uns ist es eine immense Arbeitserleichterung.

Carolin Spies für den Tote Hunde e.V.

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