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#totehunde – Bericht Nr. 92 Aus Berlin

#totehunde – Bericht Nr. 92 aus Berlin

Beitragsserien: Berichte 2018

Einsatz vom 13.11.2018 in Berlin

Einsatzbericht Nr 92 von Joline Winter für das Team Berlin/Brandenburg in Zusammenarbeit mit „Entlaufene Hunde Berlin Brandenburg“

13.11.2018 – Kurz nach 14 Uhr, mein Handy klingelt. Ein Anruf von Patrik, unserem ersten Vorsitzenden, der unser bundesweites Notfalltelefon betreut. Ich ahne, dass eine Meldung für unser Team eingegangen ist. Patrik berichtet, dass die deutsche Bahn einen überfahrenen Hund bei mir in der Nähe gemeldet hat. Bisher ist noch nichts Genaues zur Rasse o.ä. bekannt, doch auf Grund eines am Vortag in dieser Ecke entlaufenen Hundes, bereite ich mich mental auf einen traurigen Einsatz vor.

Kurze Zeit später kontaktiert mich Ina Schmidt, unsere „Bahnbeauftragte“. Auch sie hat die Meldung von Patrik erhalten und bereits Kontakt zum zuständigen Bahnmitarbeiter hergestellt, sowie in Erfahrung gebracht, dass der Hund für uns schon aus dem Gleis geborgen und an den Rand gelegt wurde. Da ich am Nachmittag Zeit habe und es nicht weit entfernt ist, beschließe ich den Einsatz zu übernehmen. Ina gibt mir die Nummer des netten Bahnmitarbeiters, der uns in der Vergangenheit den Fall mit der kleinen Kimba gemeldet hatte (Einsatzbericht Nr. 83), damit ich mir von ihm den Ablageort beschreiben lassen kann.

Nebenbei frage ich im Team, ob jemand mich zum Chip auslesen begleiten möchte. Steffy und Vanny von „Entlaufene Hunde Berlin Brandenburg“ haben Zeit und wir verabreden uns an der genannten Stelle.

Ich bin als Erste vor Ort und laufe schon in Richtung der Fernbahnbrücke, bei der wir den Hund sicher an einem Baum abgelegt finden sollen. Da es bereits dämmert, suche ich schnell alles ab, ohne Ergebnis. Rückfrage bei dem DB Mitarbeiter – ich bin an der richtigen Stelle, der Hund muss da sein. Zwischendurch lotse ich noch Vanny und Steffy zu mir, doch auch alle weiteren Bemühungen den Hund zu finden, bleiben erfolglos. Ich kontaktiere erneut den Melder. Er bietet mir an, ein Foto des Hundes zu schicken, das sein Kollege vor dem Bergen gemacht hatte und als er die Farben des Hundes erwähnt, weiß ich – das kann kein Zufall sein…

Vanny und Steffy treffen ein. Glücklicherweise mit einer Taschenlampe ausgestattet, denn inzwischen ist es fast komplett dunkel. Ich bringe sie kurz auf den neusten Stand und wir suchen direkt weiter. Plötzlich fängt es an zu schütten, sodass wir innerhalb von ein paar Sekunden komplett durchgenässt sind. Die Taschenlampe gibt den Geist auf. Gleichzeitig klingelt mein Handy und das Bild des toten Hundes bringt uns die traurige Gewissheit – es ist die Hündin, die am Abend zuvor entlaufen war. Doch gefunden hatten wir sie immernoch nicht. Wir beratschlagen kurz unsere Vorgehensweise und entschließen uns dazu, erstmal wieder unter der Brücke Schutz vor dem mittlerweile tobenden Gewitter zu suchen.

Unten angekommen, bringen wir unser Team, welches im Hintergrund mitfiebert, auf den neusten Stand. Wir begutachten noch einmal ausführlich das Foto und sind uns sicher, dass ein Irrtum ausgeschlossen ist. Also entscheiden wir, die Besitzerin zu kontaktieren, auch wenn wir nichts über den Verbleib ihrer Hündin wissen. Ich tippe die Nummer in mein Handy, während Blitze den Himmel erleuchten. Auf einmal geht das Handy aus. In der selben Sekunde gibt auch Vanny’s Handy den Geist auf.

Ein letztes Mal suchen wir alles ab und gehen dann in Richtung der geparkten Autos. Dort angekommen, laden wir die Handys und ich versuche, die Besitzerin zu erreichen. Ohne Erfolg. Der Bahnmitarbeiter verspricht, sich am nächsten Tag bei mir zu melden, wenn er selbst vor Ort ist und nochmal Rücksprache mit dem Kollegen gehalten hat, der die Hündin geborgen hat.

Wir können vorerst nichts weiter tun und machen uns, nass bis auf die Socken und ein wenig deprimiert, auf den Nachhauseweg. Unterwegs klingelt mein Handy – die Besitzerin ruft zurück. Ich fahre rechts ran und nehme mit mulmigem Gefühl das Gespräch entgegen. Sie hat keine aktuellen Anhaltspunkte über den Verbleib ihrer Hündin und so muss ich ihr die traurige Nachricht überbringen. Ich versichere, mich sofort zu melden, wenn ich erfahre, wo die Hündin jetzt ist.

14.11.2018 – gegen 12 Uhr trifft der Bahnmitarbeiter am Fundort ein und kann die Hündin tatsächlich finden. Wir haben wohl an der falschen Stelle gesucht. Ich kontaktiere sofort die Besitzerin und gebe ihr den genauen Standort durch, damit sie ihre Hündin abholen kann.

Ein riesen Dankeschön an den netten DB-Mitarbeiter, der dann auch noch dort wartete, bis die Besitzer eintrafen. Dank ihm, wurde die Kleine nun nicht namenlos entsorgt, sondern kann in Würde bestattet werden und die Besitzer müssen nicht mehr in Ungewissheit leben.

Wieder einmal eine super Zusammenarbeit mit allen Beteiligten 🍀

Joline Winter
für den Tote Hunde e.V.

Damit kein Hund ohne Namen bleibt.

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