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#totehunde – Bericht Nr. 94 Aus Mecklenburg-Vorpommern

#totehunde – Bericht Nr. 94 aus Mecklenburg-Vorpommern

Beitragsserien: Berichte 2018

Einsatz vom 20.11.2018 in Mecklenburg-Vorpommern

Einsatzbericht Nr. 94 von Jennifer Wolter aus dem Team Mecklenburg-Vorpommern vom 20.11.2018

Am Sonntag spät abends schrieb mich Elke an, dass es einen Fall in Mecklenburg-Vorpommern gäbe, der leider nicht gleich um die Ecke läge und ob ich vielleicht bereit wäre, dennoch zu fahren, da wir leider in diesem Bundesland noch nicht sehr gut aufgestellt sind und es kaum Helfer vor Ort gibt. Ich zögerte kurz und schaute bei Google-maps, wie weit das denn von mir weg ist – nein, nicht wegen der Entfernung an sich, sondern weil ich schauen musste, wie ich das hin bekomme, da ich ja arbeiten musste. Ich sah, dass es bisschen über 160km war und schrieb Elke, dass ich es mache.

Am nächsten Tag rief mich Ina Schmidt an und gab mir die Nummer des netten Bahnmitarbeiters. Ich erreichte ihn und da es schon sehr spät war, fragte ich den netten Herren, ob es möglich wäre, sich am Dienstag früh zu treffen, damit wir nicht im Dunkeln an der Bahnstrecke entlang laufen müssen. Die „Eigensicherung geht vor“ und er sagte nach kurzem zögern zu. Also stand ich früh um 5 Uhr auf und fuhr mit meinen Vater (ebenfalls Mitglied unseres Vereins) los zum Treffpunkt. Der nette Herr von der Bahn wartete bereits auf uns, da wir aufgrund von Umleitungen uns etwas verspätet haben (ich habe ihn natürlich von unterwegs darüber informiert, dass es später wird, damit er auch weiß, dass wirklich jemand kommt). Wir sprachen kurz, ich zog meine Warnweste an und wir gingen dann den unwegsamem Weg an der Bahnstrecke zum Unfallort.

Ich machte mich dann ans Werk, machte Bilder, schaute nach dem Geschlecht des Hundes und suchte den Chip, was eine Weile dauerte, bis mein kleines super Gerät ihn fand – der Chip war durch den Unfall etwas verrutscht. Ich fragte den Bahnmitarbeiter, ob er mir helfen würde, den Hund an eine sichere Stelle zu bringen, wo die Besitzer ihn gefahrlos abholen können. Er stimmte zu und begab sich mit mir auf die Suche nach einer geeigneten Stelle. Wir kletterten den kleinen Abhang hoch mit dem Hund in den Händen und legten ihn unter einer alten Eiche ab. Ich machte noch schnell ein Standort-Bild und ein Foto des sehr auffälligen Halsbandes und der Tassomarke. Dann gingen wir zurück und ich bedankte mich vielmals bei dem Bahnmitarbeiter und gab ihm meine Visitenkarte, damit er uns immer erreichen kann (er wird immer gerufen bei Wildunfällen und hatte nun schon öfter einen Hund dabei, wusste aber nie, an wen er sich wenden kann). Dann schickte ich alle Bilder an Ina Schmidt und hoffte, dass sie den Besitzer schnell findet.

Jennifer Wolter für den Tote Hunde e.V.

Ergänzung

Der Besitzer konnte anhand der Tasso-Registrierung von Ina Schmidt ermittelt werden und wurde durch sie informiert. Er bedankte sich bei unserem Verein, auch wenn es eine sehr traurige Nachricht ist. Am darauffolgenden Tag holte er sein Familienmitglied ein letztes Mal nach Hause.

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