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#totehunde – Bericht Nr. 84 Aus Berlin

#totehunde – Bericht Nr. 84 aus Berlin

Beitragsserien: Berichte 2018

Einsatz vom 16.08.2018 in Berlin

Einsatzbericht Nr. 84 von Ariane Senske für das Team Berlin/Brandenburg

Am Donnerstag, den 16.08.2018 erreichte unseren Verein die Information eines tot aufgefundenen Hundes in einem Hundeauslaufgebiet im Berliner Norden, wo sich eine Helferin mit der Finderin vor Ort traf. Der kleine Hund war gechippt, registriert, aber nicht als vermisst gemeldet. Leider konnte der Tasso e.V. den Halter telefonisch nicht erreichen. Da der Halter bei Tasso einer Datenfreigabe zugestimmt hatte, konnte unser Verein selber noch einmal versuchen, mit dem Halter telefonisch in Kontakt zu kommen. Die Telefonnummer war anscheinend nicht mehr aktuell, der Besitzer nicht zu erreichen. Die Adresse war leider für viele Helfer und auch für mich zu weit weg, um dort vorbei zu fahren, ohne zu wissen, ob der Besitzer auch vor Ort anzutreffen ist. Wir hätten den Hund über das Ordnungsamt entsorgen lassen müssen.

Auf Nachfrage bei Joline nach den genauen Hintergrundinformationen erfuhr ich, dass der Hund wahrscheinlich beerdigt und wieder freigelegt wurde. Außerdem gab es über die Datenfreigabe bei Tasso nicht nur die Telefonnummer und die Adresse des Besitzers, sondern auch den vollständigen Namen. Eine Entsorgung des Hundes wäre dem Besitzer bestimmt nicht recht gewesen, da er ihn anscheinend beerdigt hatte. Zudem hätten auf ihn Kosten durch den Einsatz, die Entsorgung und ein Bußgeld zukommen können, da es aufgrund des Tierkörperbeseitigungsgesetzes eine Ordnungswidrigkeit darstellt, ein Tier auf öffentlichem Grund zu beerdigen.

Die Recherchearbeit fing an: Zuerst schaute ich mir Online den Fundort und die Adresse des Besitzers an, beides lag ca. 8 km voneinander entfernt. Ich machte eine Internetsuchanfrage mittels Name und Adresse des Halters, leider gab es keinen Treffer. Erneut machte ich eine Suchanfrage nur mit der Adresse und fand einen Telefonbucheintrag, aber mit einem anderen Namen. Über die Kartenansicht sah die Adresse wie ein Mehrfamilienhaus aus, vielleicht war das ein Nachbar, der den Besitzer kannte und informieren konnte. Joline rief dort an, leider ging auch hier niemand an das Telefon. Zuletzt suchte ich nur nach den Vor- und Nachnamen. Hier fand ich einen Eintrag in einem Berufsnetzwerk, mit Profilbild, Firmenname in Berlin und zwei Kontakten. Einer der Kontakte gab Informationen über seine Berufsbranche preis. Der angegebene Firmenname befand sich mittlerweile nicht mehr in Berlin, sondern in Westdeutschland. Bevor ich die Kontakte und die Firma kontaktiere, startete ich die Bildersuche: Ich sah das gleiche Bild vom Berufsnetzwerk und daneben ein anderes, wo der Besitzer aber deutlich zu erkennen war. Das Bild war auf der Internetseite der Firma, sowie der Name des Besitzers und eine Telefonnummer. Die Firma lag 8 km von der Besitzeradresse und nur wenige Kilometer vom Fundort des Hundes entfernt.

Das konnten keine Zufälle sein – also rief ich dort an. Ich fragte nach der gesuchten Person, leider wurde mir mitgeteilt, dass diese gerade Feierabend gemacht hat und am Wochenende keinen Dienst hat. Ich hinterließ meine Telefonnummer, mit der dringenden Bitte, dass die Kollegen den Besitzer zuhause anrufen und meine Nummer weitergeben. Ich wartete eine Weile und schon hatte ich den Besitzer am Telefon. Ihm erzählte ich, dass wir den Hund gefunden haben und mir wurde erklärt, dass der Hund verstorben und dort beerdigt wurde. Ich erzählte von unserer Vereinsarbeit und der Recherche, wie ich dann doch den Kontakt herstellen konnte und klärte den Besitzer über die legalen Möglichkeiten auf, was mit dem Hund nun geschehen kann. Der Besitzer entschied sich dafür, den Hund abzuholen. Ich hoffe der kleine Hundemann findet nun wirklich seine letzte Ruhestätte.

Unser Dank geht an die Finderin, für den Hinweis und die „Nachkontrolle“, sowie an den Tasso e.V. für die tolle Zusammenarbeit. Mein Dank geht an Joline und den Verein für die Unterstützung.

Ariane Senske
Tote Hunde e.V.

Wir werden in einem separaten Beitrag darüber informieren, welche legalen Möglichkeiten Haustierbesitzer haben, um ihre verstorbenen Lieblinge beizusetzen.

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