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#totehunde – Bericht Nr. 80 Aus Berlin

#totehunde – Bericht Nr. 80 aus Berlin

Beitragsserien: Berichte 2018

Einsatz vom 11.07.2018 in Berlin/Brandenburg

Einsatzbericht Nr. 80 aus unserem Team Berlin/Brandenburg vom 11.07.2018

Am 11. Juli 2018 erreichte uns von ‚Entlaufene Hunde Berlin Brandenburg‘ die Meldung, dass ein kleiner Hund angefahren wurde und auf dem Weg in die Tierklinik verstorben ist. Nach ersten Informationen sollte der Hund in die Tierklinik Düppel gebracht werden, wo ich sofort anrief, um mich zu erkundigen, ob der Besitzer bereits bekannt ist oder ob unsere Hilfe gewünscht ist. Dort sagte man mir, dass nie ein Hund angekommen ist. Auch der Polizei, die mit Astrid, einer der Zeuginnen extra in die Klinik gefahren ist, um die Halterdaten zu erfragen, mussten sie mitteilen, dass es keine Informationen zur Herkunft des Hundes gibt. Die Feuerwehr, welche ihn transportierte, gab während der Fahrt zwar an die Polizei durch, dass er seinen Verletzungen erlag, aber nicht, dass sie die Fahrt in die Tierklinik abbrechen. Leider wusste ich nun weder ob der Besitzer bekannt ist, noch etwas über den Verbleib des Hundes.

Ich verfasste eine kurze Meldung für unser Team und wir beratschlagten, was wir tun können. Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass der Hund am Vortag bereits gesehen wurde, aber leider nicht gesichert werden konnte.

In einer regionalen Gruppe fiel mir ein Post auf, wo Debby, eine der Unfallzeuginnen, den Besitzer des Hundes suchte. Nach einem sehr netten Telefonat mit ihr, wo sie mir das traurige Erlebnis schilderte, begannen wir verschiedene Stellen anzurufen, um herauszufinden, ob der Hund noch irgendwo aufbewahrt wird und wir eventuell einen Chip auslesen können. Leider waren alle Bemühungen erfolglos, der Hund blieb verschwunden.

Da es weder bei Tasso, noch bei ‚Entlaufene Hunde Berlin Brandenburg‘ oder der Polizei eine Vermisstenmeldung gab, rief ich wenig optimistisch in der Tiersammelstelle Berlin an. Ich beschrieb der Mitarbeiterin den Hund und ich konnte kaum glauben, als sie sagte, dass sie eine passende Meldung hat. Wir glichen das Bild der Sichtung mit dem Bild aus der Vermisstenmeldung ab und es war tatsächlich der selbe Hund.

Das Tierheim kontaktierte den Besitzer und wenig später rief er mich zurück. Ich erzählte ihm, was ich wusste und versprach mich weiterhin darum zu kümmern, herauszufinden, wo sein Hund hingebracht wurde. Außerdem stellte ich Kontakt zu den Unfallzeugen her, welche ebenfalls schockiert die Geschehnisse verfolgten und den Kleinen in seinen letzten Minuten rührend begleitet haben.

Einerseits erleichtert, dass wir nun doch einen Besitzer gefunden haben, andererseits traurig, ihm die Hoffnung nehmen zu müssen und ihm nicht einmal die bedeutenste Frage beantworten zu können. „Wo ist mein Hund jetzt, kann ich ihn bestatten?“

Es stellte sich das heraus, was wir bereits vermutet hatten. Der Hund wurde ohne Auslesen des Transponders einfach entsorgt. Die Besitzer müssen nun mit dem Tod ihres treuen Begleiters fertig werden und haben nicht die Möglichkeit, ihn nach Hause zu holen, um würdevoll Abschied zu nehmen.

Ein riesen Dank geht an Astrid, Angie, Debby und die anderen Zeugen des Unfalls, die sich sofort gekümmert und alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um den Kleinen zu retten. Umso unverständlicher scheint es, dass er einfach sofort entsorgt wurde, nachdem er verstorben ist. Dennoch konnten wir dank Eurem Engagement den Besitzer finden.

Ich möchte an alle Feuerwehrleute, Ordnungsamtmitarbeiter und Polizisten appellieren; die meisten Hunde, die ihr von der Straße aufsammelt und entsorgt, werden schmerzlich vermisst. Wie erklärt man einem trauernden Besitzer, dass er per Gesetz verpflichtet ist, seinen Hund kostenpflichtig chippen zu lassen, wenn er dann im Fall der Fälle nicht ausgelesen wird?

Bitte informiert wenigstens uns, wenn ihr keine Zeit habt, den Hund zu einem Tierarzt zu bringen. In diesem Fall konnten wir dem Besitzer die Ungewissheit nehmen, aber es werden Tag für Tag immernoch Hunde namenlos entsorgt. Helft uns, das zu ändern!

Joline Winter
Tote Hunde e.V.
Damit kein Hund ohne Namen bleibt

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