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#totehunde – Bericht Nr. 83 Aus Brandenburg

#totehunde – Bericht Nr. 83 aus Brandenburg

Beitragsserien: Berichte 2018

Einsatz vom 12.08.2018 in Brandenburg

Einsatzbericht Nr. 83 von Joline Winter und Ariane Senske für das Team Berlin / Brandenburg

Joline:
Am Sonntag den 12.08.2018 erreichte mich von Patrik, unserem ersten Vorsitzenden die Nachricht, dass uns die Bahn einen überfahrenen Hund in Brandenburg gemeldet hat und um Hilfe bei der Halterermittlung bittet.

Nach ein paar Telefonaten durch Ina Schmidt, unsere Bahnbeauftragte, konnte geklärt werden, dass der Hund für uns an die Seite gelegt wird, damit wir gefahrlos einen Chip auslesen können. Ich stellte fest, dass wir in der näheren Umgebung des Fundortes keine Helfer mit Chipreader haben und beschloss, am nächsten Tag selbst zu fahren. Ina schickte mir den genauen Standort, wo der Hund abgelegt wurde. Zwischenzeitlich verfasste ich eine kurze Meldung für unser Team und suchte eine Begleitung für die circa einstündige Fahrt.

Leider ließ es sich so kurzfristig nicht organisieren und so machte ich mich, mit jeder Menge Unterstützung im Hintergrund, am Montag allein auf den Weg. Bis dahin wussten wir nur, dass es sich um einen weißen Hund handelt. Es wurden bereits fleißig Vermisstenmeldungen gesammelt und nach ein paar Orientierungsschwierigkeiten traf ich am Ablageort ein. Dank der guten Beschreibung des DB-Mitarbeiters, fand ich den kleinen Hund schnell. Auf den ersten Blick fiel mir keine passende Vermisstenmeldung ein, ich machte ein Foto und schickte es an Melanie aus meinem Team, damit sie es mit einem Wasserzeichen für unsere geschlossene Facebook-Gruppe versehen kann. Der Hund lag schon auf der richtigen Seite, um den Chip auszulesen. Nach zwei Sekunden schlug mein Chipreader an, ein deutscher Chip.

Ich startete die Tasso-Online-Abfrage und die kleine Hündin, welche laut Tasso eine Malteserhündin war, hatte plötzlich einen Namen. Mit mulmigem Gefühl rief ich bei Tasso an, die den Besitzer kontaktieren wollten. Doch kurze Zeit später hatte ich statt der Besitzer, wieder die nette Tasso-Mitarbeiterin am Telefon, da sie die Besitzer nicht erreichen konnte. Ich erfuhr, dass die kleine Hündin bereits 14 Jahre alt und in Berlin gemeldet war. Das bereitete uns allen ein komisches Gefühl… Sollte die alte Dame tatsächlich über 50 km aus Berlin hier her gelaufen sein? Ich wartete noch etwas ab, doch nach etwa 20 Minuten beschloss ich, mich auf den Rückweg zu machen. Ich verpackte die Kleine in eine Tüte und legte ein paar Blumen oben drauf. Dann machte ich noch ein paar Fotos von der Umgebung, um im Zweifel den Besitzern aus der Ferne besser erklären zu können, wo sie ihren Hund finden.

An diesem Tag meldete sich niemand mehr bei mir. Ich kontaktierte am Abend erneut Tasso und erkundigte mich, ob sich dort ein Besitzer gemeldet hatte. Negativ. Wir durchsuchten alle gängigen Plattformen nach Vermisstenmeldungen, doch wurden nicht fündig. Für den nächsten Tag stand die Tiersammelstelle Berlin auf dem Plan, da die Hündin in Berlin gemeldet war, sowie verschiedene Polizeidienststellen.

Die Schilderung der folgenden Ereignisse wird unsere neue Helferin Ariane übernehmen, die durch ihren Einsatz diesen Fall lösen konnte. Ich freue mich sehr, eine weitere engagierte Helferin für unser Team gewonnen zu haben, danke für Deine Arbeit!

Vielen Dank auch an alle anderen, die gemeinsam dafür kämpfen, dass kein Hund ohne Namen bleibt.

Joline Winter
Tote Hunde e.V.
—-

Ariane:
Am Sonntag las ich im Team den Beitrag über einen toten Hund bei Kummersdorf und Jolines Anfrage, ob sie jemand zum Fundort begleiten möchte. Leider ging das bei mir zeitlich nicht, ich verfolgte aber weiterhin die Meldungen zu dem Fall. Auch Jolines Vermutung, dass die Hündin, laut Tasso wohnhaft in Berlin, in der Nähe des Fundortes in Betreuung gewesen ist, die Besitzer im Urlaub und deswegen nicht zu erreichen sind, habe ich gelesen – ich hatte die gleiche Vermutung.

Ich startete eine Suchabfrage nach Tierpensionen im Bereich Kummersdorf, wurde mehrfach fündig und rief Joline an. Wir teilten uns die Arbeit auf, telefonisch anzufragen, ob dort ein Hund entlaufen sei, ob der Hund vielleicht dort bekannt ist oder ob eine Suchmeldung durchgegeben wurde. Joline wies mich noch darauf hin, dass ich auch nach Tierheimen suchen sollte, da dort oft Suchanzeigen aufgegeben werden. Neben mehreren Tierpensionen, befand sich dort auch ein Tierheim. Auf unsere Anfragen wurde durchweg positiv reagiert. Leider verliefen die Anrufe vom Ergebnis her, alle negativ; nirgends war ein Hund entlaufen, mit der Beschreibung bekannt und es gab auch keine Suchmeldungen. Auch bei der Polizei oder der Gemeinde Heidesee gab es laut Joline keine Meldung.

Dann fiel mir etwas Entscheidendes auf: Im Beitrag wurde der Fundort ‚bei Kummersdorf‘ angegeben, also habe ich auch in diesem Bereich gesucht. Joline erwähnte aber die Gemeinde Heidesee, die 45 km entfernt liegt. Ich bat Joline um den genauen Fundort und startete nochmal eine Suche nach Pensionen und Heimen in der Nähe vom Heidesee. Das Ergebnis brachte mir andere Tierpensionen, aber auch hier wurde keine Hündin vermisst.

Als letzte Anfrage blieb das Tierheim Märkisch Buchholz übrig, wo ich auch gleich anrief. Die Mitarbeiterin war sehr nett, hörte sich die Beschreibung an und meinte: „Die Kimba ist kein Malteser, sie ist ein Schnauzer(-Mix).“ Mein Herz rutschte plötzlich in die Hose. Sollten wir einen Treffer haben? Sie erzählte weiterhin, dass eine Frau die kleine Kimba, 14 Jahre alt, beige mit dunkleren Ohren, in der Urlaubsbetreuung nähe Heidesee gehabt hat, diese aber entlaufen sei und die Besitzer, welche in Berlin wohnen, im Urlaub und nicht zu erreichen sind. Die Frau hätte erst heute noch mal gefragt, ob Kimba aufgefunden wurde. Mir wurde die Telefonnummer von der Frau durchgegeben und mir gingen gleich viele Fragen durch den Kopf: Sollte ICH die Frau anrufen? Wie sage ich ihr, dass Kimba tot aufgefunden wurde? Wie kann die Identität geklärt werden, es ist keiner vom Verein vor Ort? Am besten jemanden Bescheid geben und fragen, der davon Ahnung hat. Ich rief Joline mit der Mitteilung an, dass ich sehr wahrscheinlich einen Treffer hatte. Sie hörte sich alles an, notierte sich die Nummer und kontaktierte die Betreuerin, welche zu dem Fundort fuhr, um zu sehen, ob es sich um die kleine Kimba handelte. Kurze Zeit später erhielten wir die Rückmeldung: Es war tatsächlich Kimba.

Da die Besitzer nach wie vor nicht zu erreichen waren, nahm die Betreuerin Kimba mit.

Wir wünschen den Besitzern von Kimba für die kommende Zeit viel Kraft und alles Liebe!

Mein erster aufgeklärter Fall und mein erster Einsatzbericht, aus diesem Grund sehr ausführlich. Mein Dank geht an Joline, für die tolle Zusammenarbeit!

Zudem bedanken wir uns bei Tierpension im Wald GmbH, Hunde-Hof Wald&Wiese, Tierheim Aktion Tier Zossen, hund-um-sorglos, Vierbeinertraum Gosen, 4BeinerUni, Hundepension & Tagesstätte Heidesee und vielen weiteren, die uns Auskunft gegeben haben. Ein besonderer Dank geht an die Mitarbeiter des Tierheims Märkisch Buchholz für den Hinweis!

Vielen Dank auch noch einmal an den Tasso e.V. für die Rückmeldung, dass sich die Besitzer dann noch telefonisch gemeldet haben und sie die traurige Nachricht erreicht hat.

Ariane Senske
Tote Hunde e.V.

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