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#totehunde – Bericht Nr. 72 Aus Rheinland-Pfalz

#totehunde – Bericht Nr. 72 aus Rheinland-Pfalz

Beitragsserien: Berichte 2018

Einsatz vom 04.02.2018 in Rheinland-Pfalz

Einsatzbericht Nr. 72 vom 04.02.2018 von unseren Helferinnen Anne und Alex aus dem Team Rheinland-Pfal

Anne:

Sonntagabend auf der Couch, ich stöberte in Facebook herum…

Gegen 20 Uhr eine Anfrage in der Gruppe ‚Tote Hunde e.V. Team RLP‘ zum Identifizieren eines Hundes in meiner Nähe. Ohne lange zu überlegen meldete ich mich.
Warme Klamotten über den Jogginganzug gezogen, Stirnlampe, Handschuhe, Warnweste, Handy, Notizblock, Kugelschreiber und, ganz wichtig, Chiplesegerät eingepackt. Währenddessen von einer Kollegin die Telefonnummer der zuständigen Polizei in Mayen erhalten, mit der Bitte mich dort zu melden. Diese hatte auf das Vereinshandy den Totfund gemeldet.
Die Polizeidienststelle Mayen klärte mich auf, dass der Hund einen PKW-Unfall zwischen Kürrenberg und Hirten verursachte und leider noch an der Unfallstelle verstarb.
Aus versicherungstechnischen Gründen musste der Halter ermittelt werden.
Die Leitstelle vereinbarte mit mir einen Treffpunkt und schickte eine Streife dorthin. Zusammen fuhren wir dann zur Unfallstelle.

Auf dem Weg dorthin war ich sehr aufgeregt. Es war mein erster Einsatz mit einem toten Hund.
Was wird mich erwarten? Kann ich den Anblick ertragen? Wird mir übel? Hoffentlich bricht mein Kreislauf vor lauter Aufregung nicht zusammen… das waren die Gedanken, die mir durch den Kopf schossen.

An der Unfallstelle angekommen, waren diese Gedanken sofort wie weggeblasen und ich funktionierte: knipste meine Stirnlampe an, zog die Handschuhe an und kletterte in den Straßengraben runter.
Die Polizei war so lieb und leuchtete die Unfallstelle aus. Da es stark anfing zu schneien, war der Hund mit Schnee bedeckt. Ich streichelte den Schnee weg um erste Bilder zu machen. Kein Halsband, kein Geschirr. Vorsichtig hob ich die Lefze an, um die Zähne fotografieren zu können und schaute mir die Ohren an. Erklärte dabei der Polizei ständig was und warum ich es tat. Dann versuchte ich den Chip auszulesen.
Rechte Seite ohne Erfolg. Ich drehte den Hund auf den Rücken, es war eine Hündin – eine sehr große Hündin.
Foto von der linken Körperseite gemacht, Chipleser wieder angeschmissen und PIEEEP – Chip gefunden!!!
Die Polizei fragte wie lange es dauern würde, über den Chip die Halter herauszufinden. Ich erklärte ihnen die Funktionsweise von TASSO und einer der Polizisten schaute sofort dort nach. Leider ohne Erfolg.
Ich erklärte, dass unser Team sich sofort an die Arbeit macht, um Datenbanken, andere Haustierregister, sowie Facebook-Suchmeldungen abzugleichen und durchzuforsten und wir uns schnellstmöglich in der Dienststelle melden werden.
Ich bat darum die Hündin noch 1-2 Tage aufzubewahren, damit der Halter die Chance hat sie ggf. bestatten zu können. Dass in der Nähe (Polch) ein Tierkrematorium ist, welches Fundtiere kostenlos einäschert und man die Hündin evtl. dort abgibt, fanden die Polizisten eine gute Idee.
Wir verblieben so, dass sich die zuständige Kollegin bei der Polizeidienststelle meldet und alles Weitere bespricht.
Ruhe in Frieden große Fellnase

Alex:

Nachdem nun unsere Helferin Anne den Außeneinsatz beendete, liefen im Hintergrund die Recherchen auf Hochtouren.
Elke aus Team Bayern unterstützte kräftig bei der Chiprecherche und konnte mittels des Zuchtverbandes den Züchter in Berlin in Erfahrung bringen.
Am nächsten Tag bekam ich zusätzlich noch eine Mail der Straßenmeisterei mit der Nachfrage, ob wir uns dem toten Hund bzw. der Haltersuche annehmen würden. Ich beantwortete die Nachricht und verblieb, dass ich mich melden würde sobald wir Neuigkeiten hätten.

Die Fundmeldung auf unserer FB-Seite wurde regional gut geteilt und verbreitet, denn oft sind wir auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.
An dieser Stelle ein Dankeschön an alle Unterstützer ❤

Noch bevor Elke den Züchter erreichte, bekamen wir die Info von der Leiterin des Tierheimes in Mayen, dass der Besitzer sich gemeldet habe und seinen Hund nach Hause holte.

Somit konnte wieder ein verunglückter Hund zurück zu seinem Besitzer.
Für uns war erneut ein weiterer trauriger Fall geschlossen.
Gute Reise, Elanka


Aus gegebenem Anlass möchten wir an dieser Stelle noch einmal deutlich darauf hinweisen, dass das eigentliche Chippen nicht gleich Registrierung bedeutet!

In Tierarztpraxen werden die Chips zwar gesetzt, aber die Registrierung dieser wird meist nicht direkt vom Tierarzt vorgenommen und muss vom Besitzer in Eigenregie durchgeführt werden.

Wir bitten darum:
Prüft bei euren Hunden, ob die Chips auch wirklich korrekt registriert sind!

Mehr zum Thema findet ihr hier: Hund chippen und registrieren

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