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#totehunde – Bericht Nr. 38 Aus Rheinland-Pfalz

#totehunde – Bericht Nr. 38 aus Rheinland-Pfalz

Beitragsserien: Berichte 2017

Einsatz vom 04.05.2017 in Rheinland-Pfalz

Einsatzbericht Rheinland-Pfalz 10.05.2017

Am Einsatz waren, wie immer bei unserer Teamarbeit, mehrere Helferinnen beteiligt. Die beiden Helferinnen vor Ort und die Koordinatorin Nastasia schildern den Einsatz vom 04.05.2017.

Carolin

Als ich von dem Fund in meiner Nähe las, klingelten alle Alarmglocken – Ein Hund oder eventuell ein Wolf wurde Nachts auf der Autobahn überfahren. 1.000 Gedanken schossen mir durch den Kopf – könnte es Marley sein?

Da ich Zeit hatte und es in meiner Nähe war, erklärte ich mich bereit, mit Daniela den Einsatz zu fahren.

Wir verabredeten uns auf einem Parkplatz bei Kaiserslautern, nachdem wir beide unsere Kinder in den Kindergarten gebracht hatten. Zeitlich hat es dann nicht ganz gepasst, weswegen wir beschlossen, uns doch direkt vor Ort zu treffen.

Daniela war zuerst am Einsatzort und erledigte schon Einiges vor meinem Eintreffen. Sie las den Chip aus, der aber leider nicht registriert war und machte schon ein paar Fotos des Hundes.

Als ich mich dann endlich durch alle Baustellen gekämpft hatte und vor Ort eintraf, wurde ich schon erwartet (in der Eile vergaß ich mein Material im Auto).
Der nette Herr der Straßenmeisterei führte mich zu Daniela und dem Hund.

Nachdem Daniela mir kurz ihre bisherigen Erkenntnisse mitteilte – welches Geschlecht der Hund hatte, dass er nicht bei Tasso registriert war, ob es besondere Merkmale gab und welche Fotos sie bisher gemacht hatte – habe ich mir den Hund auch nochmal genau angeschaut, um nichts zu übersehen.

Abzeichen hatte er leider keine, aber Daniela hat dann mit meinem Handy noch ein paar Detailaufnahmen von den Zähnen und der Schnauze, sowie von den Pfoten und Augen gemacht.
Glücklicherweise hatte Daniela auch für mich noch ein paar Handschuhe übrig, weil ich meine ja im Auto vergessen hatte.

An Hand des Gebisses schätzten wir den unkastrierten Rüden auf ca. 2 Jahre. Er hatte braune Augen und war ansonsten, vorallem im hinteren Bereich, durch den Unfall in einem nicht mehr so guten Zustand. Dies war mein erster Einsatz, doch während der Arbeit versucht man sich über den traurigen Anblick keine Gedanken zu machen und professionell zu agieren.

Nachdem wir noch die Schulterhöhe und Co gemessen hatten, besprachen wir das weitere Vorgehen mit den Herren der Straßenmeisterei.

Im Gebäude angekommen bot man uns freundlicherweise an, die Hände waschen zu können. Dies nahmen wir natürlich dankend an. Im Büro erklärten wir auf Nachfrage noch, woraus genau unsere Arbeit besteht und wie wir nun versuchen werden, den Besitzer des Hundes zu finden. Danach gingen Daniela und ich zu unseren Autos, verabschiedeten uns und jeder fuhr nach Hause.

Auf meinem Heimweg telefonierte ich mit Elke, um ihr eine kurze Zusammenfassung des Einsatzes zu geben. Während ich noch mit Elke telefonierte, erhielt ich einen Anruf der Polizei Kaiserslautern, die auch gerne Infos über unseren Verein haben wollten und mich nochmals aufklärten, dass wenn wir einen Halter ermitteln konnten, es auch wichtig für sie wäre, zwecks Versicherung und Co.

Alles in allem war es eine super tolle Zusammenarbeit, auch wenn man sich dann auf der Heimfahrt so seine Gedanken über den armen Kerl macht.

Zu Hause angekommen schickte ich Elke die Fotos. Nach diversen Ermittlungen der Gruppe, konnte bald der Besitzer ausfindig gemacht werden.
R.I.P. armer Kerl.

Daniela Lynker

Am Morgen las ich in unserer regionalen Arbeitsgruppe RLP die Meldung über ein verunglücktes Tier auf der Autobahn.
Es lief Nachts auf das Autobahnkreuz und wurde von einem PKW erfasst.

Da die zuständige Autobahnmeisterei nur ca. 45 Minuten von mir entfernt war, bot ich mich an rauszufahren. Carolin war auch aus der Nähe und wir verabredeten uns, zusammen nach dem Hund zu schauen. Dort angekommen (bei Carolin dauerte es noch etwas länger) empfingen mich die Mitarbeiter der Meisterei sehr freundlich. Ich stellte mich vor und sagte, dass ich gekommen bin um nach dem Fund – zu dem Zeitpunkt war es noch nicht klar, ob es sich um einen Hund, oder einen Wolf handelt – zu sehen. Gemeinsam gingen wir über den großen Hof und der Mitarbeiter fragte schon auf dem Weg dorthin einiges. Er wollte wissen, wie genau ich jetzt vorgehen würde und was zu unserer Arbeit gehört. Ich erklärte ihm kurz die Abfolge, dass ich gucken werde, ob der Hund gechipt ist, welches Geschlecht er hat, wie der Zahnstatus ist und dass ich Fotos machen werde, um später ggf. Vermisstenmeldungen abgleichen zu können.

Interessant fand ich, dass er der Meinung war, der Chip befindet sich im Fuß des Hundes.
Als wir dann bei dem Hund angekommen sind, kamen auch noch mehr Mitarbeiter dazu und stellten interessiert Fragen und unterstützten mich bei der Begutachtung. Zunächst schaute ich nach einem Chip.
Es dauerte einen Moment, bis der Reader anschlug, da der Chip im vorderen Halsbereich saß. Ich machte ein Foto von der Transpondernummer und schickte es an Elke, damit sie eine Abfrage machen konnte. Leider war er nicht wie erhofft registriert.

Dann kam auch Carolin dazu und wir machten zusammen noch ein paar Fotos von dem Hund.
Wir baten die Mitarbeiter, den Hund noch bis mindestends zum nächsten Tag aufzubewahren, sodass wir im Laufe des Tages noch die Möglichkeit hätten, nach dem Besitzer zu suchen. Sollten wir ihn finden, hätte er so noch die Chance, seinen Hund nach Hause zu holen.
Zurück im Büro redeten wir noch kurz mit den Mitarbeitern über unseren Verein und wie es jetzt weiter geht, weil der Fall ja polizeilich mitbetreut wurde.
Carolin übernahm die weiteren Telefonate. Wir verabschiedeten uns und die Meisterei bedankte sich für die Zusammenarbeit. Zuhause angekommen war die Recherche bereits schon in vollem Gange. Letzendlich gab es einen Treffer über die Tierrettung Kindsbach, wo der junge Husky Rüde in der Nacht bereits als vermisst gemeldet wurde. Für mich war es der erste Einsatz beim Hund und ich bin froh, dass die Besitzer nun Gewissheit haben. Damit kein Hund ohne Namen bleibt!

Nastasia Müller

Am 4.5.17 klingelte gegen 7:30 Uhr unser Telefon. Ich sah eine mir unbekannte Nummer auf dem Display und als ich mich meldete, war am anderen Ende die Autobahnpolizei Kaiserslautern.
Es gab in der Nacht einen Verkehrsunfall, mit einem großen Hund und wir würden dringend zur Aufklärung gebraucht werden, wegen der Schadensregulierung am Auto.
Ich sagte dem netten Polizisten, dass ich mich kümmern würde und mich dann melde. Der Hund oder Wolf – das wusste man nicht genau – wurde von der Autobahnmeisterei in Landstuhl geborgen und konnte dort begutachtet werden. Ich stellte den Fall also ins Team ein, um jemanden zu suchen, der etwas näher dran war als ich und der dort zeitnah sein könnte. Daniela und Carolin erklärten sich bereit, den Fund gemeinsam anzuschauen. Sie machten viele Fotos und lasen den Chip aus, der leider nicht registriert war. Als sich Carolin nach dem Einsatz meldete, wurden Elke und ich wieder tätig. Elke kümmerte sich darum, mir Telefonnummern von ortsansässigen Vereinen zukommen zu lassen. Ich rief also bei der Tierrettung Kindsbach an und die Dame war total erschüttert und sagte der Hund wird seit heute Nacht vermisst. Sie gab mir den Namen und die Telefonnummer des Besitzers und ich informierte die Polizei. Wie sich letztendlich herausstellte, war es tatsächlich der Husky dieses Mannes.

Tote Hunde e.V.

Damit kein Hund ohne Namen bleibt!

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