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#totehunde – Bericht Nr. 61 Aus Brandenburg

#totehunde – Bericht Nr. 61 aus Brandenburg

Beitragsserien: Berichte 2017

Einsatz vom 25.11.2017 in Brandenburg

Einsatzbericht Nr 61 von Joline Winter aus dem Team Berlin/Brandenburg

Brandenburg, Hoppegarten 25.11.2017

Am 25.11.2017 erreichte Melanie Jobs, die ebenfalls Teamleiterin unseres regionalen Teams ist, ein Notruf der Deutschen Bahn.
Der Mitarbeiter der Notfallzentrale berichtete, dass leider ein schwarzer Hund von einem Fernzug erfasst und dabei tödlich verletzt wurde.
Er bat Melanie, dass wir uns um die Halterermittlung kümmern, der zuständige Mitarbeiter würde uns den Hund auf eine Wiese neben die Gleise legen.

Da es bei mir in der Nähe war, erklärte ich mich bereit zu fahren. Ich packte meine Sachen zusammen und machte mich, gemeinsam mit Freund und Baby, auf den Weg.
Melanie checkte zwischenzeitlich aktuelle Vermisstenmeldungen in der Gegend, doch da wir noch keine genauen Infos hatten, wurde sie nicht fündig.

In der angegeben Straße, die parallel zu den Gleisen verläuft, angekommen, machte ich mir ein Bild von der Lage. Wir fuhren die Straße auf und ab und ich suchte die daneben gelegene Wiese ab, aber entdeckte nichts. Nach Rücksprache mit Melanie kontaktierte ich die Notfallzentrale der Deutschen Bahn und hatte den sehr netten Mitarbeiter am Telefon, der uns den Hund gemeldet hat. Er beschrieb mir genau die Stelle, wo der Kollege den Hund ablegen wollte und ich wurde am Ende der Straße unter einer schwarzen Plane im Laub fündig.

Ich erkannte einen Dobermannrüden, der bestimmt nicht lange leiden musste. Zuerst suchte ich nach einem Chip und relativ schnell zeigte mein Chipreader ein Ergebnis. Schnell machte ich eine Transponderabfrage auf der Tassoseite, um zu gucken, ob er registriert ist oder ob ich noch detaillierte Fotos machen muss.
Sein Name erschien auf meinem Bildschirm. Ich deckte ihn wieder ab und ging zum Auto, um Tasso telefonisch zu kontaktieren.

Kurz nach dem Telefonat mit Tasso, rief mich die Besitzerin an. Sie war sehr traurig und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie wollte ihren Hund so nicht sehen und bat mich, ihn entsorgen zu lassen.

Da ich mir dachte, dass sie sich das nochmal anders überlegt, informierte ich zuerst die Deutsche Bahn, dass die Besitzer gefunden sind und sie den Hund bitte liegen lassen.
Wie ich es mir gedacht hatte, rief mich die Besitzerin nochmal an und erkundigte sich über Möglichkeiten der Bestattung. Sie bat um Bedenkzeit und wir verabredeten, dass sie mich am Sonntag noch einmal anruft.

Bei unserem Telefonat am Sonntag sagte sie, sie hätte mit ihrem Mann beschlossen, dass sie ihren Hund gerne im Garten bestatten wollen, aber sie wollen ihn so verletzt nicht sehen. Ich bot an, ihn in eine Tüte zu legen, damit sie ihn dann abholen können.
Es war gar nicht so leicht, so eine große Tüte aufzutreiben. Vielen Dank an Tierärztin Frau Meeuw aus Karlshorst, die mir eine überlassen hat und auch in der Vergangenheit immer hilfsbereit war.
Das zweite Problem war, dass ich ihn nicht alleine in die Tüte bekommen hätte und so hat mir Nicole Lehmann, eine aktive Helferin aus unserem Team, zugesagt, zu helfen. Auch Tina und Bianca boten trotz weitem Fahrtweges ihre Hilfe an. Vielen Dank nochmal dafür.

Da Nicole bei mir um die Ecke wohnt, fuhren wir gemeinsam zum Fundort und verpackten den Hund. Nicole brachte noch einen Bettbezug mit, den wir drüber zogen, damit es ein wenig schöner aussieht. Weil die Besitzer in unmittelbarer Nähe des Fundortes wohnen, informierten wir sie, dass sie sich auf den Weg machen können. Es war sehr emotional und sie erzählten, dass er erst eine Stunde bevor die Bahn uns kontaktierte, entlaufen war und sie den ganzen Tag gesucht haben.

Wir wünschen den Besitzern viel Kraft für die kommende Zeit.
Ein herzliches Dankeschön an die Deutsche Bahn, dass sie den Besitzern die Chance gegeben haben, ihren Hund nach Hause zu holen. Es war eine angenehme Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.

Tote Hunde e.V.
Damit kein Hund ohne Namen bleibt
Joline Winter

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